Kurzinterview Andreas Gahlert (COBI Founder & CEO)

connectedbike_ceo_cobi1.  Andreas, was verstehst Du unter dem Beginn „eines neuen Bike-Zeitalters“ oder der „Revolution des Radfahrens“?

Wenn man COBI an seinem Rad benutzt hat man das Gefühl, das Fahrrad der Zukunft schon heute zu fahren. Mit meinem Smartphone im Mittelpunkt und vernetzt mit der Aussenwelt. Nichts Überflüssiges mehr am Lenker (COBI fasst 5 Geräte in einem zusammen) und alle Features nahtlos mit dem Daumen steuerbar. Definitiv ein völlig neues Fahrrad Erlebnis welches jeder ausprobieren sollte.

2. COBI gilt in dem Zusammenhang als erstes ganzheitliches System, das Fahrrad und Smartphone miteinander verbindet. Was bedeutet das genau?

Das Smartphone ist zum wesentlichen Bestandteil des Lebens geworden. Wir machen heute alles damit: Zuhause Musik steuern, shoppen, Fitness tracken. Auf dem Fahrrad hat zwar fast jeder sein Smartphone dabei, aber es ist unkomfortabel und unsicher es zu bedienen. Menschen wie ich leiden wenn es länger als 15min in der Hosentasche schlummert. Befestigt man es am Lenker wird dieser voller und voller – nicht mehr schön. Also haben wir uns an Premium Autos inspiriert, bei denen man heute ja alles komfortabel und sicher vom Lenkrad aus bedienen kann. Es geht nicht um die Funktionen im Einzelnen, es geht um die Integration von allem, basierend auf dem eigenen Smartphone. Und das kann so viel mehr als jedes andere System im Markt. Das Ergebnis ist ein völlig neues Fahrgefühl.

3. COBI soll nebst Komfort und Spass vor allem die Sicherheit auf der Strasse erhöhen. Durch eine Vielzahl an verschiedenen Features wird der Radfahrer doch vielmehr abgelenkt oder etwa nicht?

COBI ist so konzipiert, dass man so wenig wie möglich abgelenkt wird. Sprach Feedback erlaubt die Bedienung auch ohne auf das Display zu sehen. Im Vorbereitungsmodus (im Stand, in der Hand) wird alles eingestellt, was ich zur Fahrt benötige – in Fahrt bedient man alles mit dem Daumenschalter, eben wie beim Auto.

4. Mit COBI hat die Digitalisierung nun auch nebst dem E-Bike das klassische Fahrrad erreicht. Stehen wir mit COBI am Anfang dieser Entwicklung? Und welchen Entwicklungsspielraum siehst Du überhaupt in diesem Bereich – immerhin ist das Fahrrad bezüglich Technologie nicht mit dem Automobil vergleichbar, richtig?

Als ich die Idee vor 2 Jahren hatte, war Smart Biking kein Thema. Ich war aber überzeugt, dass es ein riesen Thema werden wird. Die Menschen sind längst digital geworden und vermissen diesen Lifestyle beim Biken. Ja, wir stehen am Anfang dieser Entwicklung. COBI hat bereits einen grossen Vorsprung. Über 20 Software-Entwickler arbeiten an den Features und neuen Produkten der Zukunft.

Der Entwicklungsspielraum ist beim Endkunden Produkt enorm. Durch die offene Technologie können wir eine Vielzahl von sinnvollen Services anbinden und die Daten kombinieren. So kann man z.B. heute schon Activity Tracker anbinden und die Fahrt mit COBI als Fahrradaktivität in andere Fitness Dienste übergeben.

Im B2B Bereich positioniert sich COBI als Technologie Plattform für Tourismus, Flottenmanagement und Transport Lösungen. COBI am Lastenrad macht schon heute sehr viel Sinn: Navi, Energie und Logistik. Da COBI in Design und Funktion so attraktiv ist, stellt dies auch ein Mehrwert für die Mitarbeiter dar.

5. Du hast einst eine der weltweit erfolgreichsten Digitalagenturen gegründet und geleitet. Weshalb bist Du in die Fahrradbranche eingestiegen? Betrachtest Du diese als vergleichbar?

Ich war schon immer Unternehmer. Mein erstes Unternehmen habe ich mit 16 gegründet, damals ging es um Snowboards. Nach meinem Wirtschaftsingenieur Studium habe ich eine der ersten Internetagenturen gegründet die ich an Razorfish verkauft habe, welche anschliessend von Microsoft übernommen wurde. In der Folge habe ich damit begonnen in Start-Ups zu investieren. Investor sein, war aber nicht meins. Mein Unternehmerherz verlangte nach mehr – ich wollte das Potenzial der digitalen Welt in die reale Welt adaptieren. Meine Bike-Leidenschaft, die Erfahrung mit der Mobilität der Zukunft und der Design/ Tech Focus meiner Vergangenheit hat mich dann unweigerlich zur Idee zu COBI gebracht. Die Quereinsteigerrolle im Fahrrad Markt sehe ich als grossen Vorteil – wir haben viele Jahre digitale Innovationen entwickelt mit Topdesign und Usability – genau das, was uns in einer weitestgehend analogen Bike Industrie besonders macht.

6. Im Wissen, dass Du COBI als begeisterter Radfahrer u.a. aus Eigenbedarf entwickelt hast, welches ist Deine Lieblingsapp oder -feature im System?

Ich bin mit dem Fahrrad in einem top Bikerevier aufgewachsen. Ich besitze drei Räder (Road, MTB, E-MTB) und fahre auch regelmässig von meinem Wohnort 24 km zum COBI Office. Seit vielen Jahren habe ich mein Smartphone am Lenker – aber das hat nicht gut funktioniert. Batterie zu schnell leer, laufend anhalten zu dessen Bedienung etc. COBI ist in der Tat auch für den Eigenbedarf entwickelt. Ich fahre jeden Tag damit und kann mir ohne nicht mehr vorstellen. Die Navigation habe ich vor langer Zeit für mich entdeckt. Man fährt ja doch zu oft immer den gleichen Weg. Die Navi ist für mich eine Inspiration, die Umgebung noch besser kennen zu lernen – zusätzlich an Komoot angebunden (ab Nov. 16) perfekt! Mein Lieblingsfeature ist das grosse Display und die Kontrolle von allem was ich zum biken brauche. Das Zusammenspiel aus allem gibt einem das Gefühl, das Bike der Zukunft schon heute zu fahren.